Hohe Risiken beim Schwimmen für Hobby- und Profi-Triathleten

Schwimmen - plötzlicher Herztod

Schwimmen – plötzlicher Herztod

Im Sommer ist das Wetter ideal, um am nächstgelegenen See die Trainingseinheiten zu absolvieren. Doch Gelegenheitsschwimmer sowie Triathleten bzw. Ironman Teilnehmer sollten die Risiken von Freiwasserschwimmen nicht unterschätzen.

Das Schwimmen in offenen Gewässern erfreut sich seit einigen Jahren an immer größer werdender Beliebtheit bei ehrgeizigen Amateur-Sportlern. Das liegt auch daran, dass Ausdauersportarten wie der Triathlon, oder Marathon längst keine Randsportarten mehr sind. Vor allem die Ironman Triathlon-Wettkämpfe haben in den letzten Jahren einen richtigen Hype erlebt. Die Deutsche Triathlon Union (DTU) zählt in Deutschland ca. 200.000 Hobby- und Profiathleten mit steigender Tendenz. Nahmen am Hamburger Triathlon vor rund elf Jahren noch ca. 2.500 Athleten teil, ist die Zahl mittlerweile auf 9.000 gestiegen. Vor allem die Kombination aus drei Sportarten macht den Triathlon zu einer besonderen Herausforderung.

Bevor sich Hobbysportler zu solch einem Wettkampf anmelden, sollte ein Arzt die Gesundheit überprüfen. Mit der wachsenden Zahl der Teilnehmer, steigt auch die Zahl derer, die während des Schwimmens einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand erleiden.

Ausgelöst wird dieser in den meisten Fällen durch eine Herzrhythmusstörung, die dazu führt, dass das Herz chaotisch und viel zu schnell schlägt. Die Organe und das Gehirn werden nicht mehr mit Blut und Sauerstoff versorgt und es kommt nach 30 – 60 Sekunden zur Bewusstlosigkeit – eine tödliche Reaktion, vor allem im Wasser. Jetzt ist schnelle Hilfe essentiell, denn mit jeder Minute sinken die Überlebenschancen um 10% – 20% und durch die fehlende Atmung sterben bereits nach 3 – 5 Minuten die Gehirnzellen ab.

Studien belegen: Männer mittleren Alters sind während der Schwimmphase besonders gefährdet einen Herzstillstand zu erleiden

Eine Studie mit über 9 Millionen teilnehmenden US-Bürgern, die über 30 Jahre durchgeführt wurde, hat folgendes ergeben: Pro 100.000 Wettkampfteilnehmer kam es zu 1,74. Herz-Kreislauf- Stillständen und Todesfällen. Erstaunlich war, dass die plötzlichen Todesfälle und Herzstillstände zum größten Teil während der Schwimmphase in offenen Gewässern passierten. Dabei macht es auch keinen Unterschied, ob es sich um Kurz-, Mittel, oder Langstrecken handelt. Das Risiko für einen einzelnen Triathlon ist somit höher, als das Sterberisiko eines Erwachsenen mittleren Alters während eines ganzen Jahres. Die betroffenen Personen waren im Durchschnitt 47 Jahre alt und die große Mehrheit (85%) war männlich.

Einige Personen überlebten den Herzstillstand, da es möglich war schnell Wiederbelebungsmaßnahmen durchzuführen. Das zeigt noch deutlicher, wieso beim Schwimmen in offenen Gewässern ein erhöhtes Risiko herrscht. Mit Hilfemaßnahmen binnen weniger Sekunden kann hier nicht gerechnet werden. Im Getümmel kann oftmals nicht schnell genug erkannt werden, dass eine Person Hilfe braucht. Rettungskräfte müssen außerdem erst mit dem Boot zur Person gelangen und diese ans entfernte Ufer bringen.

DOC-Defibrillator von Almas Industries

DOC-Defibrillator von Almas Industries

Erst dort kann im richtigen Umfang, beispielsweise mit dem Einsatz eines Defibrillators geholfen werden. Automatische externe Defibrillatoren geben Elektroschocks ab und normalisieren dadurch den Herzrhythmus.

Doch durch was werden mehr Herz-Kreislauf-Störungen im Wasser ausgelöst als an Land?

Forscher untersuchen den Zusammenhang zwischen dem Sprung ins kalte Wasser und Herz-Kreislauf-Störungen.

Eine Studie der Universität Portsmouth ergab, dass schnelles Eintauchen in kaltes Wasser eine fatale Wechselwirkung verursachen kann. Einerseits reagiert der Körper auf den Schock der Kälte mit einer starken Erhöhung der Herzfrequenz und mit einer übermäßigen Steigerung der Atmung. Andererseits wird durch das Untertauchen der Atem angehalten. Diese beiden Reaktionen sind zueinander komplett gegensätzlich und verursachen im Körper einen extremen Konflikt, wodurch auch das Herz stark beeinflusst wird. Ein Herz-Kreislauf-Stillstand kann die Folge sein.

Der Sprung bzw. das Rennen ins kalte Wasser stellen also ein erhöhtes Risiko für Hobby- sowie professionelle Triathleten dar. Diese sollten sich dessen Bewusstsein und präventive Maßnahmen ergreifen.

Triathlon - plötzlicher Herztod

Triathlon – plötzlicher Herztod

Die richtige Vorbereitung für Schwimmen in offenen Gewässern

Eine Taktik mit dem sich solche Vorfälle vermeiden lassen ist, die generelle Gewöhnung an kaltes Wasser. Sich regelmäßig kaltem Wasser auszusetzen kann die Schockreaktion des Körpers mindern. Außerdem sollte man sich direkt vor dem Schwimmen sanft aufwärmen und zwar umso länger, je kälter das Wasser ist. Klassisch aber bewährt ist die Methode langsam ins Wasser zu gehen, um den Körper schonend an die Wassertemperaturen zu gewöhnen. Bei Temperaturen unter 15° C bietet sich die Verwendung von professioneller Ausrüstung an, wie zum Beispiel ein Neoprenanzug, oder -handschuhe etc.

Zusätzlich sollten auch die Trainingsbedienungen selbst angepasst werden, um die Wettbewerbssituation so ähnlich wie möglich zu imitieren. Wettkampfteilnehmer sollten sich im Klaren darüber sein, dass sie mit extrem kalten Wasser, einer rauen See, hohen Wellen, starken Strömungen, Gedränge bei Massenstarts oder Starts in tiefem Wasser konfrontiert werden können. Trainingseinheiten sollten daher nicht in einem beheizten Indoor-Pool absolviert werden, sondern so realitätsnah wie möglich sein, wodurch sich das Risiko eines Herzanfalls stark verringern lässt.

Warnsignale erkennen und Vorbeugeuntersuchungen durchführen lassen

In den meisten Fällen von Herzstillständen sind vorausgegangene Herzrhythmusstörungen die Ursache. Außerdem konnten Studien feststellen, dass die Mehrzahl der Herzrhythmusstörungen durch genetisch bedingten Herz- und Gefäßerkrankungen verursacht wurden. Der Familienhintergrund kann also auch dabei helfen, Vorerkrankungen rechtzeitig zu entdecken.

Die weit verbreitete Meinung, dass ein Herz-Kreislauf-Stillstand plötzlich und ohne Vorwarnung erfolgt, stimmt also nicht ganz. Eine Studie des Non-Profit Medical Center Cedars-Sinai fand zustäzlich heraus, dass die Hälfte aller Männer, die einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten hatten, schon in den Wochen zuvor bestimmte Symptome wahrgenommen hatten. Diejenigen, die auf Ihre Symptome aufmerksam wurden und sich untersuchen ließen, haben eher überlebt, als diejenigen, die die Symptome ignorierten, oder sich derer nicht bewusst waren.

Die folgenden Graphiken zeigen Häufigkeit von Herzerkrankungen auf und Warnsignale, die viele Betroffene beschreiben.

herzerkrankungen

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Sprung ins kalte Wasser - Herzkreislaufstörungen

Sprung ins kalte Wasser – Herzkreislaufstörungen

 

Der Effekt des Eintauchens in kaltes Wasser hat eine große Auswirkung auf das Herzkreislaufsystem. Ob Hobby- oder Profi-Wettkampfteilnehmer, man sollte sich dieser Risiken bewusst sein. Es ist wichtig, auf seinen Körper zu achten, Warnzeichen zu erkennen und entsprechende Vorsorgeuntersuchungen machen zu lassen.

ALMAS INDUSTRIES ist ein innovatives Unternehmen mit der neusten Technologie rund um den automatische externe Defibrillator DOC – Ein Gerät speziell für Laien die Erste-Hilfe vor Ort leisten. Unser Anspruch ist es, das Leben mit unseren Defibrillatoren sicherer zu machen

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